>> 2004/09/01
Viel wurde über den Film gesagt und geschrieben, Gutes wie Schlechtes, Richtiges wie Falsches. Ich will aber nur eine Kleinigkeit erwähnen, die mich besonders nachdenklich gemacht hat:
Da sagt ein amerikanischer Soldat, der durch die zerbombten Straßen mit Leichen am Rand gefahren ist:
"It's more gruesome than you think"
Da fragt man sich doch, was alles im ganzen System, in der Erziehung, in der Ausbildung, wo auch immer - ob beabsichtigt oder nicht - falsch gelaufen sein muss, dass jemand überhaupt darüber überrascht ist, wie grauenhaft Krieg ist!
Da sagt ein amerikanischer Soldat, der durch die zerbombten Straßen mit Leichen am Rand gefahren ist:
"It's more gruesome than you think"
Da fragt man sich doch, was alles im ganzen System, in der Erziehung, in der Ausbildung, wo auch immer - ob beabsichtigt oder nicht - falsch gelaufen sein muss, dass jemand überhaupt darüber überrascht ist, wie grauenhaft Krieg ist!
>> 2004/08/18
Ich mag ja keine Superhelden-Filme. Der erste Spider-Man war da ein bisschen die Ausnahme (nicht nur, weil Kirsten Dunst mit roten Haaren noch besser aussieht ;-), auch wenn er an dem üblichen Unsinn krankte, vor allem einem überzogenen, völlig idiotischen Gegenspieler (Green Goblin, wenn ich das schon höre...). Aber es ging weniger um Spider-Gehüpfe, als um die Anfänge eines Superhelden, der erst gar nicht so recht weiß, wie ihm geschieht - und dabei noch genug mit privaten Problemen zu kämpfen hat. Das erzeugt zwar keine wahnsinnig tiefen Charaktere, läßt aber genügend Raum für so etwas wie "Inhalt" und "Story", was sonst in solchen Popcorn-Movies ja meist völlig auf der Strecke bleibt.
Spider-Man 2 macht im Prinzip auch ganz gut hier weiter. Das Problem ist ein anderes: Menschen, die Spinnenkräfte haben (was natürlich so auch mit Mutation nicht möglich ist), mutierte Cyborg-Wissenschaftler, damit habe ich absolut keine Probleme - die Spider-Man-Welt ist ähnlich unserer, aber eben nicht dieselbe. Nur eine Grundregel bei Fantasy lautet nunmal: Mach Deine Welt plausibel und konsistent! Wenn sich die Welt/ihre Bewohner nämlich genau da unglaubwürdig verhält, wo sie eigentlich wie unsere sein sollte, dann geht's den Bach runter.
In Spider-Man schafft es ein Wissenschaftler (quasi in Alleinarbeit, aber OK), eine Kernfusion (in Zimmergröße!) zu starten und zeitweise zu kontrollieren. Mit Hilfe von Cyborg-Armen, aber geschenkt. Das Experiment funktioniert nicht ganz, die Fusion gerät außer Kontrolle, das Labor geht zu Bruch, aber es wird keiner ernsthaft verletzt (außer dem Wissenschaftler (Alfred Molina), der zu Dr.Ock mutiert - auch das geschenkt in diesem Kobntext). Die Reaktion der anderen anwesenden Wissenschaftler: Empörung, Wut, etc.; der Geldgeber schreibt seine Kohle ab. Einen Tag später ist das ganze Experiment vergessen.
In der Realität wäre das anders: Sicher, die Beteiligten würden sich über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen aufregen, aber es wäre eine wissenschaftliche Sensation: Kernfusion, im Wohnzimmer quasi. Dass das Ganze noch nicht rund läuft: Geschenkt, Experimente funktionieren eh nie im ersten Versuch. Die Möglichkeit der Kernfusion ist bewiesen, eine neue Zeitrechnung bricht an. Der Geldgeber reibt sich die Hände und steckt noch mehr Geld in was ihn bald zu einem Global Player auf dem Energiesektor machen wird. Nur die Öffentlichkeit ist verunsichert, Diskussionen über verantwortungslose Wissenschaftler, die das Schicksal der ganzen Welt auf's Spiel setzen, all überall.
Das ist nur mein krassestes Beispiel, hier wird's unglaubwürdig, selbst in einem Superhelden-Kontext. Vielleicht sind mir diese Sachen im ersten Teil nicht aufgefallen, hier störten sie mich aber (neben den teils sehr flachen Dialogen) enorm. Irgendwann will Spidey (Tobey Maguire, der seine Sache - im Gegensatz zu der zwar hübschen (hatte ich das schon erwähnt?) aber schauspielerisch nicht gerade überzeugenden Kirsten Dunst - sehr gut macht) nicht mehr Spidey sein, schmeisst seinen Anzug weg und wird "Normalmensch". Er läuft an einer Gasse vorbei, wo zwei üble Jungs einen anderen verprügeln. Ex-Spidey zögert, wendet sich dann aber ab. Hey, hat ein Normalmensch keine Möglichkeit zur Zivilcourage, kann er dem armen Kerl nicht auch ohne Spinne auf der Brust zur Hilfe eilen???
So verstrickt sich der Film immer mehr in seinem eigenen Anspruch, dazu flache Dialoge und - bis auf Spidey selber - eindimensionale Charaktere. Große Enttäuschung!
Spider-Man 2 macht im Prinzip auch ganz gut hier weiter. Das Problem ist ein anderes: Menschen, die Spinnenkräfte haben (was natürlich so auch mit Mutation nicht möglich ist), mutierte Cyborg-Wissenschaftler, damit habe ich absolut keine Probleme - die Spider-Man-Welt ist ähnlich unserer, aber eben nicht dieselbe. Nur eine Grundregel bei Fantasy lautet nunmal: Mach Deine Welt plausibel und konsistent! Wenn sich die Welt/ihre Bewohner nämlich genau da unglaubwürdig verhält, wo sie eigentlich wie unsere sein sollte, dann geht's den Bach runter.
In Spider-Man schafft es ein Wissenschaftler (quasi in Alleinarbeit, aber OK), eine Kernfusion (in Zimmergröße!) zu starten und zeitweise zu kontrollieren. Mit Hilfe von Cyborg-Armen, aber geschenkt. Das Experiment funktioniert nicht ganz, die Fusion gerät außer Kontrolle, das Labor geht zu Bruch, aber es wird keiner ernsthaft verletzt (außer dem Wissenschaftler (Alfred Molina), der zu Dr.Ock mutiert - auch das geschenkt in diesem Kobntext). Die Reaktion der anderen anwesenden Wissenschaftler: Empörung, Wut, etc.; der Geldgeber schreibt seine Kohle ab. Einen Tag später ist das ganze Experiment vergessen.
In der Realität wäre das anders: Sicher, die Beteiligten würden sich über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen aufregen, aber es wäre eine wissenschaftliche Sensation: Kernfusion, im Wohnzimmer quasi. Dass das Ganze noch nicht rund läuft: Geschenkt, Experimente funktionieren eh nie im ersten Versuch. Die Möglichkeit der Kernfusion ist bewiesen, eine neue Zeitrechnung bricht an. Der Geldgeber reibt sich die Hände und steckt noch mehr Geld in was ihn bald zu einem Global Player auf dem Energiesektor machen wird. Nur die Öffentlichkeit ist verunsichert, Diskussionen über verantwortungslose Wissenschaftler, die das Schicksal der ganzen Welt auf's Spiel setzen, all überall.
Das ist nur mein krassestes Beispiel, hier wird's unglaubwürdig, selbst in einem Superhelden-Kontext. Vielleicht sind mir diese Sachen im ersten Teil nicht aufgefallen, hier störten sie mich aber (neben den teils sehr flachen Dialogen) enorm. Irgendwann will Spidey (Tobey Maguire, der seine Sache - im Gegensatz zu der zwar hübschen (hatte ich das schon erwähnt?) aber schauspielerisch nicht gerade überzeugenden Kirsten Dunst - sehr gut macht) nicht mehr Spidey sein, schmeisst seinen Anzug weg und wird "Normalmensch". Er läuft an einer Gasse vorbei, wo zwei üble Jungs einen anderen verprügeln. Ex-Spidey zögert, wendet sich dann aber ab. Hey, hat ein Normalmensch keine Möglichkeit zur Zivilcourage, kann er dem armen Kerl nicht auch ohne Spinne auf der Brust zur Hilfe eilen???
So verstrickt sich der Film immer mehr in seinem eigenen Anspruch, dazu flache Dialoge und - bis auf Spidey selber - eindimensionale Charaktere. Große Enttäuschung!
>> 2004/07/22
Ungarischer Sommer
Warum tu ich mir das bloß an? Rede die ganze Zeit davon, gen Norden zu ziehen, und dann geh ich nach Ungarn... Es ist zwar wohl noch nicht so schlimm wie überall in Europa letztes Jahr, aber schlimm genug. Auf der Arbeit ist noch am besten, wegen Klimaanlage (wobei ich da dann schon wieder einen Pulli überziehen muss und mich nicht wundere, dass meine leichte Erkältung immer noch nicht ganz weg ist), aber ansonsten... Aktuelle Temperatur (9:13): 29°C. Bis mindestens Sonntag muss ich das noch aushalten, am Montag besteht Hoffnung auf Abkühlung. Hoffentlich bleibt es bis dahin wenigstens einigermaßen trocken, wenn's schwül wird, krieg ich wieder höllische Kopfschmerzen.
OK, genug geklagt ;) Letztes Wochenende (als die Hitzewelle nach einer recht angenehmen Woche richtig anfing) waren wir einen Tag spontan in Siófok am Balaton. Das ist ja wirklich kaum ein See, eher ein Tümpel - 500m weit draußen steht man immer noch bestenfalls nur 80cm im Wasser. Erstaunlich, dass der im Sommer nicht einfach komplett wegdampft... Richtig schwimmen ist da nicht, nur Abkühlen. Am Abend haben wir dann das ungarische Nightlife-Äquivalent zu Ballermann (naja, so schlimm war's net) getestet und sind mit dem ersten Zug um 4.05 zurück nach Budapest. Wenn ich nicht dreimal soviel für die Zugfahrt zahlen müsste wie die anderen, da ich keinen ungarischen Studi-Ausweis habe, könnt man das auch häufiger mal machen, z.B. dieses Wochenende, allein zur Abkühlung.
Ansonsten verlässt uns Freitag Piotr, der geht ein paar Tage zurück nach Polen und fängt dann seinen neuen (richtigen) Job in Holland an. Alles Gute!
>> 2004/06/24
Szarvas
Letztes Wochenende waren wir zu einem Reception Weekend (wahrscheinlich das letzte für lange Zeit - Sommerferien und so...) in Szarvas, einem kleinen Örtchen im Südosten Ungarns. Eine AIESECerin hat das mehr oder weniger alleine auf die Beine gestellt (ist ihr Heimatort, Uni oder so gibt's da nicht), als Relaxing Weekend - und das wurde auch voll erfüllt. Wir hatten ein kleines Häuschen an einem toten Arm des Flusses Körös, konnten jederzeit schwimmen, waren Kanufahren, am Lagerfeuer grillen etc.
Einfach schön und erholsam.
Abschiede
Joao, der Portugiese, hat gestern seinen Abschied gefeiert, Ági, eine Ungarin, mit der ich recht viel gemacht habe, fährt für 2 Monate nach USA, Hajni, eine AIESECerin geht nach Ghana, Maria aus Bulgarien ist auch in Kürze weg - Ende Juli gehen Piotr (nach Holland, hat Job dort gefunden) und Saim (zurück in Türkei) - nach uns die Sintflut...>> 2004/06/10
Ich will mich diesmal nicht allzu lange über so Nebensächliches wie Kinofilme auslassen, deshalb in aller Kürze: 21 Gramm ist ein extrem düster-depressiver Film über drei Menschen, deren Schicksal für keinen von ihnen eine Erlösung von Schuld oder Unglück bereithält. Vor allem die schauspielerischen Leistungen beeindrucken, Sean Penn ist gewohnt überzeugend, Benicio Del Toro liefert eine unglaublich starke Vorstellung und auch Naomi Watts ist nicht nur schön, sondern auch äußerst ausdrucksstark.
Zweifaches Achtung:
1.Der Film springt andauernd zwischen den verschiedenen Zeiten, volle Konzentration ist zumindest in der ersten halben Stunde angesagt. Allerdings hat man doch recht schnell raus, was wann spielt, da alle Hauptpersonen zu den verschiedenen Zeiten recht verschieden aussehen/auftreten.
2.Wer nach diesem Film nicht hochgradig deprimiert ist, der hat wahrscheinlich nicht zugesehen. Also etwas The Cure hören und dann ab ins Bett! ;-)
Zweifaches Achtung:
1.Der Film springt andauernd zwischen den verschiedenen Zeiten, volle Konzentration ist zumindest in der ersten halben Stunde angesagt. Allerdings hat man doch recht schnell raus, was wann spielt, da alle Hauptpersonen zu den verschiedenen Zeiten recht verschieden aussehen/auftreten.
2.Wer nach diesem Film nicht hochgradig deprimiert ist, der hat wahrscheinlich nicht zugesehen. Also etwas The Cure hören und dann ab ins Bett! ;-)
>> 2004/06/07
T-Sting
Magenta - bis vor wenigen Jahren war diese nicht gerade augenschonende Mischung zwischen Rot und Pink relativ unbekannt und eigentlich nur in Zusammenhang mit additiver Farbmischung in Farbdruckern von Bedeutung. Dann kam die Telekom, f.k.a. Deutsche Bundespost Telekom, f.k.a. Deutsche Bundespost oder einfach nur Post, heute ganz cool T-Com.
In Ungarn wurde ich bisher davon verschont, es gab nur Vodafone, Pannon GSM und Westel. Vor knapp einem Monat war es dann da, Magenta everywhere! Ich dachte schon, wow, T-Mobile als vierter Mobilfunkbetreiber in dem kleinen Land - das wird schwer. Wurd's aber nicht, denn plötzlich war Westel verschwunden. Entweder die T-ler haben das vor kurzem aufgekauft oder schon vor längerem, aber bisher den alten Namen beibehalten. In jedem Fall haben sie das Netz übernommen.
Egal, angenehmer Nebeneffekt: Wer einen neuen Namen einführen will, muss Werbung machen. Da haben die sich nicht lumpen lassen und mal eben Sting für umsonst auf den Heldenplatz beordert. Nun, der Heldenplatz (wo ja auch die EU-Beitritts-Veranstaltungen stattfanden) war offensichtlich nicht genug, lieber gleich den Riesen-Bereich rechts davon genommen. Und ganz Budapest kam! Dagegen war der EU-Beitritt ein Familienfest. Na, wenn's einen Weltstar umsonst gibt...
Offizieller Anfang (Vorprogramm: Suzanne Vega) 6h, Sting kam natürlich nicht vor halb 10, aber unsere Ankunft kurz nach 7 war eindeutig zu spät, um irgendwo durchzukommen (während über uns T-Mobile Helikopter und ein Luftschiff kreisten...). Wir sind dann einmal um das ganze rum und haben uns hinten angestellt. In 200-300m Entfernung (lässt sich immer schwer schätzen) hinter dem dritten Großbildschirm. War in jedem Fall schon weit genug weg, dass eine sichtbare Verzögerung zwischen Ton (erstaunlich gut für den großen, nicht für sowas ausgelegten Platz) und Bild zu erkennen war. Macht ja auch nix, ich hatte es nicht nötig, Mr.Tantric Sex aus der Nähe zu sehen (wenn jemand wie Dido gekommen wär, wär ich vielleicht anderer Meinung gewesen ;). Ach so, das Konzert: Ganz gut, man muss eben Sting a bisserl mögen, hat genügend altes, bekanntes Material gespielt, um Stimmung zu verbreiten.
Soviel zum Wochenende, am Sonntag haben wir mal wieder trotz vereinzelter Schauer den Grill angeschmissen, sonst war nicht viel los...
>> 2004/06/04
Lange angekündigt, endlich da (und dafür umso länger...): Der Reisebericht zu
Für das Pfingstwochenende hatten wir schon seit langem eine Tour nach Ljubljana geplant - solche weiten Fahrten bieten sich eben nur an verlängerten Wochenenden an. Und jeder, der schon in Slowenien war, hat gesagt, wie schön es da ist.
Um es kurz zu machen: Keiner hat übertrieben! In das Fleckchen Erde könnt ich mich glatt verlieben :)
Wir wollten von vorneherein nicht nur Ljubljana sehen, sondern auch etwas mehr vom Land, weshalb wir uns einen Wagen mieten wollten. Das Interesse war enorm, letztendlich haben sich zwei Vans mit 9 bzw. 8 Leuten aufgemacht. Mit der kleineren Gruppe hatten wir aber nicht wirklich was zu tun, wurde alles separat geplant und durchgeführt, haben uns letztlich auch nur einmal getroffen (da die auch woanders nächtigten).
Unsere ersten Probleme traten aber auch schon am Freitag abend auf: Der Wagen, den uns der Verleih hingestellt hatte, war statt des reservierten 9- ein 8-Sitzer. Also rumverhandelt. Am Ende mussten wir zwar den einzig verfügbaren 9-Sitzer nachts nach 10h (wo wir eigentlich schon schlafen wollten) am Flughafen abholen, hatten aber 10% Rabatt bekommen :)
Da wir gegen 2h los wollten und Piotr den ersten Abschnitt übernehmen sollte (da weitere Fahrer mehr kosten, sind nur Piotr und ich gefahren), bin ich dann mit Aga (POL) und Bec (AUS) als Anti-Langeweile-Begleitung zum Flughafen und hab die Wagen getauscht. Ansonsten waren übrigens Rudi (AUS), Chris (ENG), Jeff (Aussi Nr.3), Joao (POR) und Raoul (D, den kannten wir bisher auch noch nicht, ist für einen Erkrankten eingesprungen).
Letztlich hatten wir dann gegen 3h alle zusammen und ab ging's on the road. Die Fahrt verlief - abgesehen vom aus Budapest rauskommen, wo wir uns etwas verfuhren - problemlos. Wir machten einen kleinen Schlenker durch Kroatien (Slowenien und Ungarn haben zwar auch eine kurze gemeinsame Grenze, dafür hätten wir aber länger über Nebenstraßen fahren müssen - und so gab's mehr Stempel im Pass :-), wo wir nur Landstraße nahmen, um die Autobahngebühr zu sparen. Nach gut 7h (hatten mit 8 gerechnet) hatten wir dann unser Hotel in Ljubljana erreicht.
Unser Hotel war eine komische Mischung aus Hotel (2-/3-Bettzimmer), städtischer Jugendherberge (10-Bettschlafsaal) und Fitnesscenter. Alles in allem ganz gut, die 3-Bettzimmer waren zwar Doppelbett mit Hochbett, aber wir hatten genügend Decken. Nur unsere Nachfrage vorher, ob Handtücher bereitgestellt würden, stellte sich als das falsche Konzept heraus. Sie wurde nämlich mit "Ja" beantwortet, es handelte sich aber wirklich nur um Handtücher, zum Duschen viel zu klein. Naja, es gibt Schlimmeres.
Wir sind dann ziemlich sofort in die Stadt (mit dem Wagen, Hotel ist nicht sonderlich zentral) und haben uns umgeschaut. Ljubljana wird beherrscht von einer Burg, auf einem recht steilen Hügel gelegen (sind wir natürlich auch rauf), ein Flüsschen (sinnigerweise Ljubljanica genannt) macht einen Schlenker um diesen Burgberg, in alle Richtungen breitet sich die Stadt aus. Insgesamt sehr übersichtliches Städtchen (hat auch nur 250000 Einwohner, bei einer Gesamteinwohnerzahl von 2 Mio.), mit leicht mediterran-italienischem Flair, speziell entlang des Flusses. Leider war am Samstag nicht viel mit draußen rumsitzen, die Schauer verzogen sich nur langsam. Allerdings hatten wir echt Glück: Die Wettervorhersage hatte uns auf Gewitter und Regen das ganze WE über eingestellt, stattdessen gab es Sonntag und Montag strahlenden Sonnenschein!
Abgesehen von der Burg und - immer präsent im Zentrum - der Dreierbrücke haben wir uns nicht wahnsinnig viel angesehen, ist auch einfach mehr eine Stadt zum Flanieren, nicht mit den Wahnsinns-Sights gesegnet. Muss auch persönlich sagen, dass mir Zagreb als Stadt wesentlich besser gefallen hat, mehr Flair und auch mehr zu sehen - dennoch (trotz dreifacher Einwohnerzahl) vom Zentrum her kaum größer.
Egal, hier waren, begannen unsere World-Wide-Cooking-Tour in einem Mexikaner, den uns ein Student, den wir ansprachen, empfohlen hatte - und der wirklich sehr gut war, habe spicy Truthahn in Tortilla-Fladen kross gebacken mit Dip gegessen, seeeehr gut! - und suchten am Abend einen Italiener auf (wo ich dann die Gelegenheit zum Fasten hatte ;), wo wir auch auf die andere Gruppe trafen.
Ist war übrigens mal wieder zu bemerken, dass jeder hier so gut Englisch kann wie in Ungarn nur eine Minderheit. Mir persönlich gefiel auch die internationalere Ausrichtung, d.h. Hinweisschilder waren immer auch in Englisch, nur wenn weitere Sprachen dazukamen auch in Deutsch und/oder Italienisch. Nicht wie in Ungarn, wo man sich ja speziell am Balaton schon fast wie am Ballermann fühlt, mit uneingeschränkter Germanisierung... Abends machten wir dann nicht mehr auf Nachtleben, denn für Sonntag war volles Programm angesagt:
Um halb 9 ging's bereits los, denn wir wollten die erste Führung durch die Tropfsteinhöhlen von Skocjan im Süden des Landes (nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze, deshalb auch voll mit Italienern) um 10h erreichen. Das gelang auch problemlos, Slowenien ist so klein, was auf der großen Autokarte wie eine Weltreise aussieht, sind in Wirklichkeit nur knapp 70km... Auf dem Weg liegt noch ein weiteres berühmtes Höhlensystem, Postojnska, wir hatten aber nicht für alles Zeit. Und Skocjan war schon klasse genug. Ein Höhlensystem, das über 170m in die Tiefe reicht, wo noch der Fluss fließt, der dies alles geschaffen hat (wiederum sinnigerweise Reka getauft, was auf slowenisch "Fluss" heißt...). Atemberaubende Tropfsteine und atemberaubende Blicke, vor allem von einer Touristenbrücke, die 45m über dem Fluss verläuft - und von der Ferne unweigerlich ein Herr der Ringe-Déjà-vu erzeugt. Wenn man sich dann noch überlegt, dass der Fluss zu Zeiten sogar bis in den 150m darüber gelegenen Teil der Höhlen floss und einige Stalagtiten (die von oben) und -miten (von unten) abbrach.
Beeindruckend auch der Bereich des eigentlichen, natürlichen Eingangs. Der ist sicher 20m hoch - und wurde anscheinend nie von Höhlenmenschen bewohnt (man hat zumindest keine Überreste gefunden). Die Erklärung dafür soll wohl sein, dass man zu große Angst hatte, da so ein riesiger Eingang nur darauf schließen lassen konnte, dass eine riesige Kreatur darin hauste.
Das Bild auf der Eingangsseite zeigt übrigens den Blick von direkt oberhalb des Eingangs, der Fluss fließt also unter dem Betrachter in der Höhlensystem ein.
Vielleicht schaff ich auch mal irgendwann Bilder hierhin, aber ich hör lieber auf mit Versprechungen in diese Richtung... ;)
Dann ging's zurück Richtung Ljubljana, zuerst haben wir uns aber noch von unserer Führerin ein Restaurant empfehlen lassen. Was "Echtes" wollten wir - und haben's auch bekommen. Irgendwo an der Landstraße, hinter so einem Kaff, gab's das Ravni.
Von Ljubljana ging's dann nach links-oben, äh, nordwest, ung. 50km, Richtung
Zweifelsfrei - zumindest imho - der absolute Höhepunkt der Fahrt. Ein Fleckchen Erde, wo ich mich auch niederlassen könnte... In den Ausläufern der Julischen Alpen gelegen, bietet dieses Städtchen ein unglaubliches Panorama:
Sanfte, grüne Hügel, in eine Richtung flacher werdend, in die andere Richtung die bis zu 2800m hohen Alpen (mit dem Nationalberg, dem Triglav, der sich auch stilisiert auf der Flagge findet), ein uralter Vulkanfels mit einer Burg darauf und im Zentrum ein tiefblauer See, dessen hervorstechendstes Merkmal eine kleine, vielleicht 150m durchmessende Insel mit einer Kirche drauf (die quasi den gesamten zur Verfügung stehenden Platz einnimmt - der Rest sind ein paar Bäume. Muss man mit eigenen Augen gesehen haben!
Auf dem Inselchen selber waren wir nicht (10€ für die Bootsüberfahrt - wir haben zwar nicht jede Mark, äh, Euro, äh slowenischen Tolar umgedreht, aber irgendwo ist Schluss...), aber auf der Burg, von der der Blick natürlich noch besser war. Um einen Teil des Sees sind wir auch rumgelaufen, leider war ich mit meinem Vorschlag, ein bisschen auf einen der Hügel zuwandern und dann vielleicht noch bis Sonnenuntergang zu warten, in der Minderheit - nicht mal für den Sonnenuntergang hat's gereicht, obwohl der bei diesem Wetter offensichtlich phantastisch gewesen wäre.
Ergo: Da muss ich unbedingt nochmal hin, am besten mit jemanden, der auch gewillt ist, ein paar Höhenmeter zu überwinden...
Dann ging's also (von meiner Seite aus etwas unwillig) zurück nach Ljubljana, wo die World-Cooking-Tour beim Chinesen beendet wurde. Leider wurde das beim Chinesen ja naheliegende Konzept des "Sharing is Caring" nicht von allen angenommen - was das Bezahlen nachher unnötig verkomplizierte. Danach wollten wir dann noch ein bisschen Nachtleben ausprobieren, mussten aber leider feststellen, dass nicht jede 250000 Einwohner-Stadt in dieser Hinsicht mit, z.B., Münster vergleichbar ist ;-) - auch wenn es sich um eine Hauptstadt handelt. Es war nämlich reineweg alles zu. Bis auf das K4, dass Sonntags abends anscheinend immer eine stadtbekannte Schwulenparty veranstaltet - dafür waren uns 700 Tolar (der ung. soviel wert ist wie der Forint, hier also knapp 3€) dann doch zuviel. Also blieb uns nur noch ein Gläschen Wein im Hotel.
Am nächsten Tag lief dann auch nicht mehr viel, nochmal zwei Stündchen durch die Stadt gelaufen, etwas Restgeld für Essen und Souvenirs verschwendet und dann ab auf den Heimweg - um halb 7 mussten wir in BP sein, damit die Leute aus Szeged ihren letzten Zug kriegten. Was auch problemlos klappte.
Alles in allem ein absolut gelungenes Wochenende, Slowenien kann ich nur jedem empfehlen, allerdings muss man sich mehrere Orte vornehmen, Ljubljana allein bringts nicht. Dafür kann man dann noch gleich Zagreb dazu nehmen (ist ziemlich nah an der slowenischen Grenze), und wer will kann sich danach ja an den kroatischen Stränden die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Wobei Slowenien ohne Zweifel auch im Winter eine Reise wert sein dürfte - der eine Hügel in Bled hatte sogar eine kleine Skipiste zu bieten :)
Für das Pfingstwochenende hatten wir schon seit langem eine Tour nach Ljubljana geplant - solche weiten Fahrten bieten sich eben nur an verlängerten Wochenenden an. Und jeder, der schon in Slowenien war, hat gesagt, wie schön es da ist.
Um es kurz zu machen: Keiner hat übertrieben! In das Fleckchen Erde könnt ich mich glatt verlieben :)
Wir wollten von vorneherein nicht nur Ljubljana sehen, sondern auch etwas mehr vom Land, weshalb wir uns einen Wagen mieten wollten. Das Interesse war enorm, letztendlich haben sich zwei Vans mit 9 bzw. 8 Leuten aufgemacht. Mit der kleineren Gruppe hatten wir aber nicht wirklich was zu tun, wurde alles separat geplant und durchgeführt, haben uns letztlich auch nur einmal getroffen (da die auch woanders nächtigten).
Unsere ersten Probleme traten aber auch schon am Freitag abend auf: Der Wagen, den uns der Verleih hingestellt hatte, war statt des reservierten 9- ein 8-Sitzer. Also rumverhandelt. Am Ende mussten wir zwar den einzig verfügbaren 9-Sitzer nachts nach 10h (wo wir eigentlich schon schlafen wollten) am Flughafen abholen, hatten aber 10% Rabatt bekommen :)
Da wir gegen 2h los wollten und Piotr den ersten Abschnitt übernehmen sollte (da weitere Fahrer mehr kosten, sind nur Piotr und ich gefahren), bin ich dann mit Aga (POL) und Bec (AUS) als Anti-Langeweile-Begleitung zum Flughafen und hab die Wagen getauscht. Ansonsten waren übrigens Rudi (AUS), Chris (ENG), Jeff (Aussi Nr.3), Joao (POR) und Raoul (D, den kannten wir bisher auch noch nicht, ist für einen Erkrankten eingesprungen).
Letztlich hatten wir dann gegen 3h alle zusammen und ab ging's on the road. Die Fahrt verlief - abgesehen vom aus Budapest rauskommen, wo wir uns etwas verfuhren - problemlos. Wir machten einen kleinen Schlenker durch Kroatien (Slowenien und Ungarn haben zwar auch eine kurze gemeinsame Grenze, dafür hätten wir aber länger über Nebenstraßen fahren müssen - und so gab's mehr Stempel im Pass :-), wo wir nur Landstraße nahmen, um die Autobahngebühr zu sparen. Nach gut 7h (hatten mit 8 gerechnet) hatten wir dann unser Hotel in Ljubljana erreicht.
Unser Hotel war eine komische Mischung aus Hotel (2-/3-Bettzimmer), städtischer Jugendherberge (10-Bettschlafsaal) und Fitnesscenter. Alles in allem ganz gut, die 3-Bettzimmer waren zwar Doppelbett mit Hochbett, aber wir hatten genügend Decken. Nur unsere Nachfrage vorher, ob Handtücher bereitgestellt würden, stellte sich als das falsche Konzept heraus. Sie wurde nämlich mit "Ja" beantwortet, es handelte sich aber wirklich nur um Handtücher, zum Duschen viel zu klein. Naja, es gibt Schlimmeres.
Wir sind dann ziemlich sofort in die Stadt (mit dem Wagen, Hotel ist nicht sonderlich zentral) und haben uns umgeschaut. Ljubljana wird beherrscht von einer Burg, auf einem recht steilen Hügel gelegen (sind wir natürlich auch rauf), ein Flüsschen (sinnigerweise Ljubljanica genannt) macht einen Schlenker um diesen Burgberg, in alle Richtungen breitet sich die Stadt aus. Insgesamt sehr übersichtliches Städtchen (hat auch nur 250000 Einwohner, bei einer Gesamteinwohnerzahl von 2 Mio.), mit leicht mediterran-italienischem Flair, speziell entlang des Flusses. Leider war am Samstag nicht viel mit draußen rumsitzen, die Schauer verzogen sich nur langsam. Allerdings hatten wir echt Glück: Die Wettervorhersage hatte uns auf Gewitter und Regen das ganze WE über eingestellt, stattdessen gab es Sonntag und Montag strahlenden Sonnenschein!
Abgesehen von der Burg und - immer präsent im Zentrum - der Dreierbrücke haben wir uns nicht wahnsinnig viel angesehen, ist auch einfach mehr eine Stadt zum Flanieren, nicht mit den Wahnsinns-Sights gesegnet. Muss auch persönlich sagen, dass mir Zagreb als Stadt wesentlich besser gefallen hat, mehr Flair und auch mehr zu sehen - dennoch (trotz dreifacher Einwohnerzahl) vom Zentrum her kaum größer.
Egal, hier waren, begannen unsere World-Wide-Cooking-Tour in einem Mexikaner, den uns ein Student, den wir ansprachen, empfohlen hatte - und der wirklich sehr gut war, habe spicy Truthahn in Tortilla-Fladen kross gebacken mit Dip gegessen, seeeehr gut! - und suchten am Abend einen Italiener auf (wo ich dann die Gelegenheit zum Fasten hatte ;), wo wir auch auf die andere Gruppe trafen.
Ist war übrigens mal wieder zu bemerken, dass jeder hier so gut Englisch kann wie in Ungarn nur eine Minderheit. Mir persönlich gefiel auch die internationalere Ausrichtung, d.h. Hinweisschilder waren immer auch in Englisch, nur wenn weitere Sprachen dazukamen auch in Deutsch und/oder Italienisch. Nicht wie in Ungarn, wo man sich ja speziell am Balaton schon fast wie am Ballermann fühlt, mit uneingeschränkter Germanisierung... Abends machten wir dann nicht mehr auf Nachtleben, denn für Sonntag war volles Programm angesagt:
Um halb 9 ging's bereits los, denn wir wollten die erste Führung durch die Tropfsteinhöhlen von Skocjan im Süden des Landes (nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze, deshalb auch voll mit Italienern) um 10h erreichen. Das gelang auch problemlos, Slowenien ist so klein, was auf der großen Autokarte wie eine Weltreise aussieht, sind in Wirklichkeit nur knapp 70km... Auf dem Weg liegt noch ein weiteres berühmtes Höhlensystem, Postojnska, wir hatten aber nicht für alles Zeit. Und Skocjan war schon klasse genug. Ein Höhlensystem, das über 170m in die Tiefe reicht, wo noch der Fluss fließt, der dies alles geschaffen hat (wiederum sinnigerweise Reka getauft, was auf slowenisch "Fluss" heißt...). Atemberaubende Tropfsteine und atemberaubende Blicke, vor allem von einer Touristenbrücke, die 45m über dem Fluss verläuft - und von der Ferne unweigerlich ein Herr der Ringe-Déjà-vu erzeugt. Wenn man sich dann noch überlegt, dass der Fluss zu Zeiten sogar bis in den 150m darüber gelegenen Teil der Höhlen floss und einige Stalagtiten (die von oben) und -miten (von unten) abbrach.
Mein persönliches Merksystem: StalagTiten hängen von oben, da der Strich beim T oben an der Decke angebracht ist, StalagMiten wachsen von unten, ein großes M sieht ja aus wie zwei Spitzen von unten
Und Erdbeben, die ganze Höhlen einstürzen ließ, gibt's hier auch gelegentlich.
Beeindruckend auch der Bereich des eigentlichen, natürlichen Eingangs. Der ist sicher 20m hoch - und wurde anscheinend nie von Höhlenmenschen bewohnt (man hat zumindest keine Überreste gefunden). Die Erklärung dafür soll wohl sein, dass man zu große Angst hatte, da so ein riesiger Eingang nur darauf schließen lassen konnte, dass eine riesige Kreatur darin hauste.
Das Bild auf der Eingangsseite zeigt übrigens den Blick von direkt oberhalb des Eingangs, der Fluss fließt also unter dem Betrachter in der Höhlensystem ein.
Vielleicht schaff ich auch mal irgendwann Bilder hierhin, aber ich hör lieber auf mit Versprechungen in diese Richtung... ;)
Dann ging's zurück Richtung Ljubljana, zuerst haben wir uns aber noch von unserer Führerin ein Restaurant empfehlen lassen. Was "Echtes" wollten wir - und haben's auch bekommen. Irgendwo an der Landstraße, hinter so einem Kaff, gab's das Ravni.
Die slowenische Schrift hat noch eine alte lateinische Eigenart: Zwar existiert auch der Buchstabe U, in den uns bekannten Diphtongen au und eu wird allerdings das V an dessen Stelle verwendet (wobei es das "normale" V ja auch gibt, wie man an Slovenija sieht). So heißt es z.B. "Avto" - und obiges Restaurant wird demnach "Rauni" ausgesprochen.
Dort hat man uns dann nach mehrmaligen Bitten mit Müh und Not Platz für 9 freigemacht und wir haben aus zwei slovenischen und einer deutsch-italienisch-französischen Speisekarte (die sich allerdings nicht deckten) bestellt. Hatt zwar irgendwie keiner was "echt" slowenisches/balkanisches bekommen, aber gut - und für die Menge absolut günstig - war's allemal.
Von Ljubljana ging's dann nach links-oben, äh, nordwest, ung. 50km, Richtung
Zweifelsfrei - zumindest imho - der absolute Höhepunkt der Fahrt. Ein Fleckchen Erde, wo ich mich auch niederlassen könnte... In den Ausläufern der Julischen Alpen gelegen, bietet dieses Städtchen ein unglaubliches Panorama:
Sanfte, grüne Hügel, in eine Richtung flacher werdend, in die andere Richtung die bis zu 2800m hohen Alpen (mit dem Nationalberg, dem Triglav, der sich auch stilisiert auf der Flagge findet), ein uralter Vulkanfels mit einer Burg darauf und im Zentrum ein tiefblauer See, dessen hervorstechendstes Merkmal eine kleine, vielleicht 150m durchmessende Insel mit einer Kirche drauf (die quasi den gesamten zur Verfügung stehenden Platz einnimmt - der Rest sind ein paar Bäume. Muss man mit eigenen Augen gesehen haben!
Auf dem Inselchen selber waren wir nicht (10€ für die Bootsüberfahrt - wir haben zwar nicht jede Mark, äh, Euro, äh slowenischen Tolar umgedreht, aber irgendwo ist Schluss...), aber auf der Burg, von der der Blick natürlich noch besser war. Um einen Teil des Sees sind wir auch rumgelaufen, leider war ich mit meinem Vorschlag, ein bisschen auf einen der Hügel zuwandern und dann vielleicht noch bis Sonnenuntergang zu warten, in der Minderheit - nicht mal für den Sonnenuntergang hat's gereicht, obwohl der bei diesem Wetter offensichtlich phantastisch gewesen wäre.
Ergo: Da muss ich unbedingt nochmal hin, am besten mit jemanden, der auch gewillt ist, ein paar Höhenmeter zu überwinden...
Dann ging's also (von meiner Seite aus etwas unwillig) zurück nach Ljubljana, wo die World-Cooking-Tour beim Chinesen beendet wurde. Leider wurde das beim Chinesen ja naheliegende Konzept des "Sharing is Caring" nicht von allen angenommen - was das Bezahlen nachher unnötig verkomplizierte. Danach wollten wir dann noch ein bisschen Nachtleben ausprobieren, mussten aber leider feststellen, dass nicht jede 250000 Einwohner-Stadt in dieser Hinsicht mit, z.B., Münster vergleichbar ist ;-) - auch wenn es sich um eine Hauptstadt handelt. Es war nämlich reineweg alles zu. Bis auf das K4, dass Sonntags abends anscheinend immer eine stadtbekannte Schwulenparty veranstaltet - dafür waren uns 700 Tolar (der ung. soviel wert ist wie der Forint, hier also knapp 3€) dann doch zuviel. Also blieb uns nur noch ein Gläschen Wein im Hotel.
Am nächsten Tag lief dann auch nicht mehr viel, nochmal zwei Stündchen durch die Stadt gelaufen, etwas Restgeld für Essen und Souvenirs verschwendet und dann ab auf den Heimweg - um halb 7 mussten wir in BP sein, damit die Leute aus Szeged ihren letzten Zug kriegten. Was auch problemlos klappte.
Alles in allem ein absolut gelungenes Wochenende, Slowenien kann ich nur jedem empfehlen, allerdings muss man sich mehrere Orte vornehmen, Ljubljana allein bringts nicht. Dafür kann man dann noch gleich Zagreb dazu nehmen (ist ziemlich nah an der slowenischen Grenze), und wer will kann sich danach ja an den kroatischen Stränden die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Wobei Slowenien ohne Zweifel auch im Winter eine Reise wert sein dürfte - der eine Hügel in Bled hatte sogar eine kleine Skipiste zu bieten :)
>> 2004/05/24
In einem Wort: langweilig! Ich hab ja keine prinzipiellen Probleme mit dem 08/15-Sommer-Action-Blockbuster, wenn er denn Action, Spannung und etwas Fun mitbringt. Bei Troy aber ist das Fehlanzeige. OK, Action gibt's jede Menge, aber alles nach Schema F. Die Kämpfe sehen aus, als hätte jemand die Massen-Kampf-Software vom Herrn der Ringe genommen, aber irgendwie nicht so recht gewusst, was damit anzufangen. Sicher, auch bei Tolkien/Jackson wird teilweise nur rumgemetzelt, aber - vor allem im 3.Teil - es gibt zumindest immer wieder neue Kampfteilnehmer, die für Abwechslung sorgen. Bei Troja hingegen sorgen nicht mal die Protagonisten für Abwechslung. Brad Pitt als Achilles ist zwar ohne Zweifel absichtlich als gelangweilter Spitzenkämpfer angelegt, aber es wird nie ganz klar, ob er diese Rolle tatsächlich so passend spielt oder einfach nur seine mäßigen Schauspielfähigkeiten mit Langeweile garniert. Auch die sonstigen darstellerischen Leistungen können nicht wirklich überzeugen, abgesehen vielleicht von Peter O'Toole als Trojas König Priamos. Der Herr der Ringe-Vergleich drängt sich übrigens von selbst auf, spielen doch Orlando "Legolas" Bloom als Paris (sorry, liebe Fans, aber der Junge ist offensichtlich ein mieser Schauspieler) und Sean "Boromir" Bean als Odysseus (dieses Mal ist er einer der wenigen, die überleben) bedeutende Rollen. Daneben gibt's noch die deutsche Diane Krüger als ebenso hübsche wie farblose (und unbegabte) Helena sowie Eric "Hulk" Bana als Hektor.
Allerdings muß man den Schauspielern zugute halten, dass dieses Drehbuch auch kaum etwas hergibt. Wer sich schon beim - hier ist er wieder, der Vergleich - Herrn der Ringe über eindimensionale Figuren und schlechte Charakterzeichnungen geärgert hat, der muss hier echt stark sein. Spannung kommt auch eigentlich nicht auf - was kaum daran liegen kann, dass man ja weiß, dass Troja zum Schluß mit dem guten alten Trojanischen (eigentlich ja Griechischen) Pferd erobert wird - bei Kill Bill z.B. weiß man ja auch vorher, wie's ausgeht...
Über "Fun" brauchen wir gar nicht zu reden, abgesehen von den ersten drei Minuten ist der Film so trocken wie der Küstenstreifen vor Troja. Und das Ganze über 2 1/2 Stunden - echt schade um's Geld.
Ich geh als Nächstes besser mal wieder in hochwertigere Filme wie 21 Gramm mit dem zweitbesten lebenden Schauspieler Sean Penn (Nr.1 ist natürlich Edward Norton :-) - The Day After Tomorrow spar ich mir lieber gleich...
PS: Ist schon jemandem aufgefallen, dass das Filmplakat von Hidalgo genauso aussieht wie ein's vom Herrn der Ringe (schon wieder!) mit Sand? Spielt ja auch Viggo "Aragorn" Mortensen mit... Auch ein Film, den man sich wahrscheinlich sparen kann, auch wenn ich zugeben muss, dass der Trailer recht stimmungsvoll war - trotz des Die Mumie-läßt-grüßen-Sandsturms...
PPS: Ich sollte wirklich aufhören, dauernd Filme mit dem Herrn der Ringe zu vergleichen ;)
Allerdings muß man den Schauspielern zugute halten, dass dieses Drehbuch auch kaum etwas hergibt. Wer sich schon beim - hier ist er wieder, der Vergleich - Herrn der Ringe über eindimensionale Figuren und schlechte Charakterzeichnungen geärgert hat, der muss hier echt stark sein. Spannung kommt auch eigentlich nicht auf - was kaum daran liegen kann, dass man ja weiß, dass Troja zum Schluß mit dem guten alten Trojanischen (eigentlich ja Griechischen) Pferd erobert wird - bei Kill Bill z.B. weiß man ja auch vorher, wie's ausgeht...
Über "Fun" brauchen wir gar nicht zu reden, abgesehen von den ersten drei Minuten ist der Film so trocken wie der Küstenstreifen vor Troja. Und das Ganze über 2 1/2 Stunden - echt schade um's Geld.
Ich geh als Nächstes besser mal wieder in hochwertigere Filme wie 21 Gramm mit dem zweitbesten lebenden Schauspieler Sean Penn (Nr.1 ist natürlich Edward Norton :-) - The Day After Tomorrow spar ich mir lieber gleich...
PS: Ist schon jemandem aufgefallen, dass das Filmplakat von Hidalgo genauso aussieht wie ein's vom Herrn der Ringe (schon wieder!) mit Sand? Spielt ja auch Viggo "Aragorn" Mortensen mit... Auch ein Film, den man sich wahrscheinlich sparen kann, auch wenn ich zugeben muss, dass der Trailer recht stimmungsvoll war - trotz des Die Mumie-läßt-grüßen-Sandsturms...
PPS: Ich sollte wirklich aufhören, dauernd Filme mit dem Herrn der Ringe zu vergleichen ;)
>> 2004/05/17
Die Grillsaison ist eröffnet!
Die Ungarn haben mit Grillen zwar irgendwie nicht so viel am Hut, aber wir waren am Samstag von Zach zum "All-American-Barbecue" mit seinen amerikanischen Kumpels eingeladen worden. Naja, wir sind in den Pillango-Park (praktischerweise nur 5min Fußweg vom 24h-Tesco entfernt, man muss sich also keine Sorgen machen, zu wenig besorgt zu haben) und haben gegrillt - ob All-American oder nicht, es hat sich gelohnt.
All-American war hingegen, dass uns die Amis Baseball (mit Plastikschlägern und -bällen) beibringen wollten. Irgendwie war ich wohl ganz gut da drin, aber fragt mich bitte nicht, warum - ich hab's immer noch nicht gerafft...
Ach so, und mir wurde tatsächlich zum ersten Mal im Leben ein Joint direkt angeboten! Sonst muss ich immer drum bitten... ;)
Nach diesen guten Erfahrungen haben wir drei uns dann am Sonntag - wie schon lange geplant - unseren eigenen kleinen Grill bei Tesco besorgt. 1800Ft, also 7€, da kann man nicht meckern - und das war noch nicht mal der billigste, aber die anderen fielen schon beim Hinschauen um. Und die Entjungferung auf unserem Balkon war ebenfalls ein voller Erfolg, auch wenn es zwischenzeitlich mal einen Schauer gab. So lässt sich's leben :)
Spring-NatCo
Das Wochenende davor war mal wieder eine AIESEC-National Conference angesagt. Am selben Ort wie die Winter-Ausgabe, in Balatonföldvár. Insgesamt nicht so der Erwähnung wert, war irgendwie nicht dasselbe. Zwar hatten die AIESECer nicht ganz so viel bürokratischen Kram (vor allem keine Wahlen) zu machen - weshalb die Partys schon kurz nach Mitternacht anfingen - aber es waren auch bei weitem nicht so viele Leute da wie letztes Mal. Und auch nicht so viele Trainees. Und wir sind am Samstag auch nicht zu einer Weinprobe, geschweige denn abends in diesen komischen Provinz-Pub.
Am interessantesten war am Samstag noch, dass wir (d.h. ein paar Trainees) eine Fähre rüber zu der Halbinsel Tihany genommen haben. Das war recht nett - wenn auch das Wetter etwas wechselhaft war, wir wurden aber nicht zu nass -, die Stadt Tihany selber liegt auf einem kleinen Hügel (ungarisch: Berg), von dem aus man einen schönen Blick über den Balaton hat. Ist im Sommer sicher richtig klasse, aber selbiger lässt hier ja immer noch auf sich warten. D.h. heute stehen die Zeichen ausnahmsweise mal richtig auf Sonne, mal gucken wie lang das hält...
>> 2004/05/05
Meine Schwester sagt "Lame", ich sag "Awesome". Sicher, der erste Teil war "radikaler", aber dieser ist dafür wieder mehr Tarantino, mehr Pulp Fiction - speziell von den Dialogen her. Bill's (David Carradine) Ausführungen über Superman und andere Superhelden z.B. ist zwar irgendwie nicht völlig unsinnig, aber herrlich unbedeutend, überhaupt ist Carradine meiner Meinung nach der eigentliche Star des Films. Es wird viel zuviel über Uma Thurman geredet, die sich zwar als Kampf-Amazone wirklich gut schlägt, aber im Coolness-Vergleich mit Carradine drei Klassen tiefer spielt.
Coolness ('tschuldigung, deutsche Sprache) ist überhaupt das Wort, das alles zusammenfasst - und damit KB2 eben eher mit Pulp Fiction ("Aber wenn Du es tust, tu es wie Fonzie. Ganz cool.") als mit KB1 vergleichbar macht. Letzterer hätte wohl eher mit dem Wort "Martial-Arts-Comic" überschrieben werden müssen. Zwar werden die Kämpfe auch hier wieder auf absurde Weise entschieden, aber nicht durch Ströme von Blut, sondern durch verrückte Einzelaktionen - mehr sei nicht verraten... Überhaupt ist der Film voller Überraschungen, es gibt wenige Regisseure/Autoren wie Tarantino, die soviele unerwartete (bzw. coole) Wendungen parat haben!
Einen dicken Minuspunkt gibt's aber: Während der Soundtrack von KB1 nicht nur gut ausgewählt war, sondern auch die Bilder genial unterstützte (bzw. kontrastierte), ist diesmal Hausmannskost angesagt. Wenig Songs, viel "normaler" Soundtrack, keineswegs schlecht, aber meilenweit von der Genialität des ersten Teils entfernt.
Unterm Strich: Absolut lohnenswert - und meines Erachtens sogar goutierbar, wenn man Vol.1 nicht gesehen hat/sehen wollte.
Coolness ('tschuldigung, deutsche Sprache) ist überhaupt das Wort, das alles zusammenfasst - und damit KB2 eben eher mit Pulp Fiction ("Aber wenn Du es tust, tu es wie Fonzie. Ganz cool.") als mit KB1 vergleichbar macht. Letzterer hätte wohl eher mit dem Wort "Martial-Arts-Comic" überschrieben werden müssen. Zwar werden die Kämpfe auch hier wieder auf absurde Weise entschieden, aber nicht durch Ströme von Blut, sondern durch verrückte Einzelaktionen - mehr sei nicht verraten... Überhaupt ist der Film voller Überraschungen, es gibt wenige Regisseure/Autoren wie Tarantino, die soviele unerwartete (bzw. coole) Wendungen parat haben!
Einen dicken Minuspunkt gibt's aber: Während der Soundtrack von KB1 nicht nur gut ausgewählt war, sondern auch die Bilder genial unterstützte (bzw. kontrastierte), ist diesmal Hausmannskost angesagt. Wenig Songs, viel "normaler" Soundtrack, keineswegs schlecht, aber meilenweit von der Genialität des ersten Teils entfernt.
Unterm Strich: Absolut lohnenswert - und meines Erachtens sogar goutierbar, wenn man Vol.1 nicht gesehen hat/sehen wollte.