>> 2004/05/24
In einem Wort: langweilig! Ich hab ja keine prinzipiellen Probleme mit dem 08/15-Sommer-Action-Blockbuster, wenn er denn Action, Spannung und etwas Fun mitbringt. Bei Troy aber ist das Fehlanzeige. OK, Action gibt's jede Menge, aber alles nach Schema F. Die Kämpfe sehen aus, als hätte jemand die Massen-Kampf-Software vom Herrn der Ringe genommen, aber irgendwie nicht so recht gewusst, was damit anzufangen. Sicher, auch bei Tolkien/Jackson wird teilweise nur rumgemetzelt, aber - vor allem im 3.Teil - es gibt zumindest immer wieder neue Kampfteilnehmer, die für Abwechslung sorgen. Bei Troja hingegen sorgen nicht mal die Protagonisten für Abwechslung. Brad Pitt als Achilles ist zwar ohne Zweifel absichtlich als gelangweilter Spitzenkämpfer angelegt, aber es wird nie ganz klar, ob er diese Rolle tatsächlich so passend spielt oder einfach nur seine mäßigen Schauspielfähigkeiten mit Langeweile garniert. Auch die sonstigen darstellerischen Leistungen können nicht wirklich überzeugen, abgesehen vielleicht von Peter O'Toole als Trojas König Priamos. Der Herr der Ringe-Vergleich drängt sich übrigens von selbst auf, spielen doch Orlando "Legolas" Bloom als Paris (sorry, liebe Fans, aber der Junge ist offensichtlich ein mieser Schauspieler) und Sean "Boromir" Bean als Odysseus (dieses Mal ist er einer der wenigen, die überleben) bedeutende Rollen. Daneben gibt's noch die deutsche Diane Krüger als ebenso hübsche wie farblose (und unbegabte) Helena sowie Eric "Hulk" Bana als Hektor.
Allerdings muß man den Schauspielern zugute halten, dass dieses Drehbuch auch kaum etwas hergibt. Wer sich schon beim - hier ist er wieder, der Vergleich - Herrn der Ringe über eindimensionale Figuren und schlechte Charakterzeichnungen geärgert hat, der muss hier echt stark sein. Spannung kommt auch eigentlich nicht auf - was kaum daran liegen kann, dass man ja weiß, dass Troja zum Schluß mit dem guten alten Trojanischen (eigentlich ja Griechischen) Pferd erobert wird - bei Kill Bill z.B. weiß man ja auch vorher, wie's ausgeht...
Über "Fun" brauchen wir gar nicht zu reden, abgesehen von den ersten drei Minuten ist der Film so trocken wie der Küstenstreifen vor Troja. Und das Ganze über 2 1/2 Stunden - echt schade um's Geld.
Ich geh als Nächstes besser mal wieder in hochwertigere Filme wie 21 Gramm mit dem zweitbesten lebenden Schauspieler Sean Penn (Nr.1 ist natürlich Edward Norton :-) - The Day After Tomorrow spar ich mir lieber gleich...
PS: Ist schon jemandem aufgefallen, dass das Filmplakat von Hidalgo genauso aussieht wie ein's vom Herrn der Ringe (schon wieder!) mit Sand? Spielt ja auch Viggo "Aragorn" Mortensen mit... Auch ein Film, den man sich wahrscheinlich sparen kann, auch wenn ich zugeben muss, dass der Trailer recht stimmungsvoll war - trotz des Die Mumie-läßt-grüßen-Sandsturms...
PPS: Ich sollte wirklich aufhören, dauernd Filme mit dem Herrn der Ringe zu vergleichen ;)
Allerdings muß man den Schauspielern zugute halten, dass dieses Drehbuch auch kaum etwas hergibt. Wer sich schon beim - hier ist er wieder, der Vergleich - Herrn der Ringe über eindimensionale Figuren und schlechte Charakterzeichnungen geärgert hat, der muss hier echt stark sein. Spannung kommt auch eigentlich nicht auf - was kaum daran liegen kann, dass man ja weiß, dass Troja zum Schluß mit dem guten alten Trojanischen (eigentlich ja Griechischen) Pferd erobert wird - bei Kill Bill z.B. weiß man ja auch vorher, wie's ausgeht...
Über "Fun" brauchen wir gar nicht zu reden, abgesehen von den ersten drei Minuten ist der Film so trocken wie der Küstenstreifen vor Troja. Und das Ganze über 2 1/2 Stunden - echt schade um's Geld.
Ich geh als Nächstes besser mal wieder in hochwertigere Filme wie 21 Gramm mit dem zweitbesten lebenden Schauspieler Sean Penn (Nr.1 ist natürlich Edward Norton :-) - The Day After Tomorrow spar ich mir lieber gleich...
PS: Ist schon jemandem aufgefallen, dass das Filmplakat von Hidalgo genauso aussieht wie ein's vom Herrn der Ringe (schon wieder!) mit Sand? Spielt ja auch Viggo "Aragorn" Mortensen mit... Auch ein Film, den man sich wahrscheinlich sparen kann, auch wenn ich zugeben muss, dass der Trailer recht stimmungsvoll war - trotz des Die Mumie-läßt-grüßen-Sandsturms...
PPS: Ich sollte wirklich aufhören, dauernd Filme mit dem Herrn der Ringe zu vergleichen ;)
>> 2004/05/17
Die Grillsaison ist eröffnet!
Die Ungarn haben mit Grillen zwar irgendwie nicht so viel am Hut, aber wir waren am Samstag von Zach zum "All-American-Barbecue" mit seinen amerikanischen Kumpels eingeladen worden. Naja, wir sind in den Pillango-Park (praktischerweise nur 5min Fußweg vom 24h-Tesco entfernt, man muss sich also keine Sorgen machen, zu wenig besorgt zu haben) und haben gegrillt - ob All-American oder nicht, es hat sich gelohnt.
All-American war hingegen, dass uns die Amis Baseball (mit Plastikschlägern und -bällen) beibringen wollten. Irgendwie war ich wohl ganz gut da drin, aber fragt mich bitte nicht, warum - ich hab's immer noch nicht gerafft...
Ach so, und mir wurde tatsächlich zum ersten Mal im Leben ein Joint direkt angeboten! Sonst muss ich immer drum bitten... ;)
Nach diesen guten Erfahrungen haben wir drei uns dann am Sonntag - wie schon lange geplant - unseren eigenen kleinen Grill bei Tesco besorgt. 1800Ft, also 7€, da kann man nicht meckern - und das war noch nicht mal der billigste, aber die anderen fielen schon beim Hinschauen um. Und die Entjungferung auf unserem Balkon war ebenfalls ein voller Erfolg, auch wenn es zwischenzeitlich mal einen Schauer gab. So lässt sich's leben :)
Spring-NatCo
Das Wochenende davor war mal wieder eine AIESEC-National Conference angesagt. Am selben Ort wie die Winter-Ausgabe, in Balatonföldvár. Insgesamt nicht so der Erwähnung wert, war irgendwie nicht dasselbe. Zwar hatten die AIESECer nicht ganz so viel bürokratischen Kram (vor allem keine Wahlen) zu machen - weshalb die Partys schon kurz nach Mitternacht anfingen - aber es waren auch bei weitem nicht so viele Leute da wie letztes Mal. Und auch nicht so viele Trainees. Und wir sind am Samstag auch nicht zu einer Weinprobe, geschweige denn abends in diesen komischen Provinz-Pub.
Am interessantesten war am Samstag noch, dass wir (d.h. ein paar Trainees) eine Fähre rüber zu der Halbinsel Tihany genommen haben. Das war recht nett - wenn auch das Wetter etwas wechselhaft war, wir wurden aber nicht zu nass -, die Stadt Tihany selber liegt auf einem kleinen Hügel (ungarisch: Berg), von dem aus man einen schönen Blick über den Balaton hat. Ist im Sommer sicher richtig klasse, aber selbiger lässt hier ja immer noch auf sich warten. D.h. heute stehen die Zeichen ausnahmsweise mal richtig auf Sonne, mal gucken wie lang das hält...
>> 2004/05/05
Meine Schwester sagt "Lame", ich sag "Awesome". Sicher, der erste Teil war "radikaler", aber dieser ist dafür wieder mehr Tarantino, mehr Pulp Fiction - speziell von den Dialogen her. Bill's (David Carradine) Ausführungen über Superman und andere Superhelden z.B. ist zwar irgendwie nicht völlig unsinnig, aber herrlich unbedeutend, überhaupt ist Carradine meiner Meinung nach der eigentliche Star des Films. Es wird viel zuviel über Uma Thurman geredet, die sich zwar als Kampf-Amazone wirklich gut schlägt, aber im Coolness-Vergleich mit Carradine drei Klassen tiefer spielt.
Coolness ('tschuldigung, deutsche Sprache) ist überhaupt das Wort, das alles zusammenfasst - und damit KB2 eben eher mit Pulp Fiction ("Aber wenn Du es tust, tu es wie Fonzie. Ganz cool.") als mit KB1 vergleichbar macht. Letzterer hätte wohl eher mit dem Wort "Martial-Arts-Comic" überschrieben werden müssen. Zwar werden die Kämpfe auch hier wieder auf absurde Weise entschieden, aber nicht durch Ströme von Blut, sondern durch verrückte Einzelaktionen - mehr sei nicht verraten... Überhaupt ist der Film voller Überraschungen, es gibt wenige Regisseure/Autoren wie Tarantino, die soviele unerwartete (bzw. coole) Wendungen parat haben!
Einen dicken Minuspunkt gibt's aber: Während der Soundtrack von KB1 nicht nur gut ausgewählt war, sondern auch die Bilder genial unterstützte (bzw. kontrastierte), ist diesmal Hausmannskost angesagt. Wenig Songs, viel "normaler" Soundtrack, keineswegs schlecht, aber meilenweit von der Genialität des ersten Teils entfernt.
Unterm Strich: Absolut lohnenswert - und meines Erachtens sogar goutierbar, wenn man Vol.1 nicht gesehen hat/sehen wollte.
Coolness ('tschuldigung, deutsche Sprache) ist überhaupt das Wort, das alles zusammenfasst - und damit KB2 eben eher mit Pulp Fiction ("Aber wenn Du es tust, tu es wie Fonzie. Ganz cool.") als mit KB1 vergleichbar macht. Letzterer hätte wohl eher mit dem Wort "Martial-Arts-Comic" überschrieben werden müssen. Zwar werden die Kämpfe auch hier wieder auf absurde Weise entschieden, aber nicht durch Ströme von Blut, sondern durch verrückte Einzelaktionen - mehr sei nicht verraten... Überhaupt ist der Film voller Überraschungen, es gibt wenige Regisseure/Autoren wie Tarantino, die soviele unerwartete (bzw. coole) Wendungen parat haben!
Einen dicken Minuspunkt gibt's aber: Während der Soundtrack von KB1 nicht nur gut ausgewählt war, sondern auch die Bilder genial unterstützte (bzw. kontrastierte), ist diesmal Hausmannskost angesagt. Wenig Songs, viel "normaler" Soundtrack, keineswegs schlecht, aber meilenweit von der Genialität des ersten Teils entfernt.
Unterm Strich: Absolut lohnenswert - und meines Erachtens sogar goutierbar, wenn man Vol.1 nicht gesehen hat/sehen wollte.
>> 2004/05/03
Itt van Europa!
...wie der Ungar dazu sagt ("Hier ist Europa", zumindest wenn mich meine Ungarisch-Kenntnisse nicht mal wieder trügen, vor kurzem habe ich jemandem (Hallo, Sylvia!) eine Karte zum Namenstag (névnap, wird hier noch sehr gerne gefeiert) geschickt, weil ich das für Geburtstag (születésnap) hielt...) - so waren die offiziellen Feierlichkeiten zum EU-Beitritt überschrieben.
Und das konnte sich durchaus sehen lassen. Wie weit die Begeisterung nun tatsächlich der EU oder eben einfach dem Programm entgegenschlug, ist natürlich Spekulation, aber auf dem Heldenplatz (Hösök tére) war in jedem Fall kräftig was los am Freitag Abend:
Nach ein paar eher traditionellen Sachen (Blaskapellen und so) gab es insgesamt vier Bands (für jeweils gut 45min) zu sehen. Aus vier verschiedenen Ländern, jeweils eher Folk-angehaucht. Es ging los mit Värttinä aus Finnland, die nicht nur durch ein gut aussehendes Frauen-Trio an den Mikrofonen, sondern auch durch wirklich gute, schwung- und kraftvolle Musik bestachen.
Danach kam mein persönlicher Höhepunkt: Shane MacGowan and the Popes aus Irland. Nun, ehrlich gesagt, kannte ich den Kerl nur vom Namen her, als Ex-Leadsinger der Pogues (die ich auch nur vom Namen her kenne), aber es sprach doch vieles für Irish Folk-beeinflussten "Pub-Rock" - und da lag ich auch richtig mit. Es fehlte weder der "Irish Rover" noch, naja, dieses andere Lied eben. Was das Ganze richtig spaßig machte, ist dass der Kerl wirklich total kaputt ist. Zähne sind Mangelware, und nüchtern war der wahrscheinlich zum letzten Mal Weihnachten 1975 oder so (vielleicht auch später bei der ein oder anderen Entziehungskur...). Dementsprechend unverständlich waren seine Zwischen-Kommentare (abgesehen von "Shut the fuck up") und natürlich auch der Gesang, aber bei solchen Pub-Songs gehört das dann ja auch wiederum dazu. Ich fand's klasse :)
Danach war dann Frankreich vertreten, aber eher mit dem Beweis, dass Europa schon längst kein "christlicher Club" mehr ist, wie ja einige Leute gerne behaupten: Khaled. OK, eigentlich ist er Algerier (und ich konnte auch nicht rausfinden, ob er mittlerweile französischer Staatsbürger ist), der aber seit längerem in der ehemaligen Kolonialmacht lebt und dort auch - neben dem arabischen Raum - recht erfolgreich ist mit seinem Raï-Pop-Mix. Auch bei uns dürften die meisten "Aisha" kennen (wenn auch womöglich in der billigen Cover-Version von Outlandish). Auf die Dauer nicht so ganz mein Ding, aber durchaus stimmungsvoll.
Die letzte Band, die Ungarn Ghymes, haben wir dann zugunsten eines kleinen Mahls ausgelassen, um pünktlich kurz vor Mitternacht wieder auf dem Heldenplatz zu sein. Überhaupt war es wahnsinnig voll, die U-Bahn-Linie 1 dorthin fuhr zwar bis 2h nachts, war aber vor 0h durchgängig total überfüllt, wir sind sogar eine Station weiter gefahren, da die Menschenmassen am Ausgang kaum voran kamen. Dafür war auf dem Platz selber noch relativ gut ein Fleckchen zu finden. Der Betritt wurd dann - nach einem leichten Fehltiming (das erste Feuerwerk donnerte schon in den letzten Gesang rein, was aber wohl eher am Gesang lag) - mit ungarischer und europäischer Hymne, einer Ansprache des Minister-Präsidenten (ich gewöhn mich immer noch nicht dran, in einer Hauptstadt zu leben - als ich den MP sah, dachte ich erst: "Ui, was macht der denn hier?") und schließlich einem erweitertem Feuerwerk begangen. Man muss doch immer wieder sagen, ein professionelles Feuerwerk ist dem üblichen Silvester-Geballere bei weitem überlegen...
Irgendwann haben wir den Ort dann aber auch verlassen, es stand noch eine AIESEC-EU-Party an, wo wir allerdings eine Weile hin laufen mussten - war weit weg und den Metro-Ansturm sparten wir uns... War auch nicht so berühmt, aber auch ganz nett.
Am nächsten Tag waren noch weitere kleinere Aktionen, auf mehreren Brücken fanden Sachen statt (z.B. ein kleiner Wasserfall), es gab Straßenaufführungen aus allen EU-Ländern - ich blieb aber aus Faulheit (und Kopfschmerzen) einfach zu Hause :-). Abends dann noch Marija (aus Serbien) verabschiedet, aber eher im kleinen Kreis, da über's Wochenende doch einige woanders hin sind... Frisches Blut gibt's auch wieder, Sofie aus Frankreich (ist aber kein AIESEC-Trainee), und morgen (Dienstag) wird schon wieder jemand vom Balkan begrüßt, diesmal Sabina aus Bosnien.