>> 2004/02/24
Business trip
Morgen geht's nach Hannover. Bin also bis übernächste Woche Montag wohl eher nicht im Netz (vielleicht mal für's schnelle Email-Checken, aber bitte nicht böse sein, wenn keine Antwort/keine Berichte kommen). Erreichbar bin ich natürlich wieder unter der guten alten 0178/4646728, wer will, dem kann ich dann sicher auch 'ne Durchwahl für unser Hotel geben.
Übrigens krieg ich 50€ pro Tag bar auf die Kralle. Die schlechte Nachricht: Natürlich muss ich alle Belege aufbewahren und den Rest zurückgeben - Privatvergnügen is nich. Allerdings sind wir auch nicht zum Extrem-Sparen angehalten, das Abendessen wird also wohl kaum im Supermarkt besorgt werden...
>> 2004/02/23
Debrecen
Ein super Wochenende! Das AIESEC-LC in Debrecen hat sich echt Mühe gegeben und uns ein abwechslungsreiches und sehr schönes Reception Weekend bereitet. Die Beteiligung war auch sehr gut, insgesamt sind mind. 25 Trainees zumindest an einem Tag des Wochenendes aufgekreuzt.
Debrecen ist die zweitgrößte Stadt Ungarns (was allerdings nur etwas mehr als 200.000 Einwohner bedeutet) und hat einen sehr schönen Stadtkern. Allerdings scheint die Stadt sich auch endlos auszudehnen, von unserer Unterkunft in die Innenstadt war schon fast eine halbe Stunde Fahrt. Die meisten von uns (so auch ich) waren in einem Studenten-Wohnheim untergebracht, wo über's Wochenende einige Zimmer frei waren. "Wohnheim" ist zuviel gesagt, ist eigentlich nur ein Dormitorium, Zimmer mit 3 Betten, Tisch und Lockern. Saim, Piotr und ich hatten (der Gewohnheit halber ;-) eins dieser Zimmer, ein echtes "Jungenzimmer", die Wände waren voll mit Pin-Ups und Fussballer- (sowie Michael Schumacher-) Bildern. Es war gut, dass ich mir Alok's Schlafsack (er war leider nicht mit) geliehen hab, weil in den Decken der eigentlichen Bewohner wollte man ja doch nicht schlafen.
Freitag abend kamen wir Budapester nach fast drei Stunden Zugfahrt um viertel nach 9 (als letzte) an, dann ging's zu einem AIESECer nach Hause, wo's typisch ungarisches Essen gab: Würstchen und Brot mit Senf. OK, eher typisch Debrecen, wie sie uns sagten - die meisten anderen hatten auch den Eindruck, dass das für mich als Deutschen jetzt nicht so ungewöhnlich erscheinen dürfte.
Apropos typisch ungarisch: Vor kurzem saß ich beim Essen in der Kantine mit unserem Boss zusammen, der mich fragte, wie mir denn das ungarische Essen so gefiele. Ich sagte ihm, dass ich ja leider noch nicht soviel "echt ungarisch" gegessen hätte, eher türkisch und so, aus Zeit- und Kostengründen. Woraufhin er mir nicht etwa Tips gab, wo's das beste Gulasch, sondern wo's das beste Wiener Schnitzel gibt. Muss an der Doppelmonarchie liegen...
Egal, schmeckte gut! Danach brachte jemand unsere Sachen mit dem Auto zum Dormitorium (ohne Auto wär' das auch alles bei den Entfernungen nicht gegangen - man gewöhnt sich doch schnell an den ausgezeichneten Nacht-Bus-Service in Budapest, der Rund-um-die-Uhr-ÖPNV im Innenstadtbereich garantiert), während wir zu einem Pub fuhren (noch gab's Busse), der im Western-Stil gehalten war. War recht nett, es wurd' viel auf den Tischen getanzt (weniger von uns) und die Preise waren - wie überhaupt in Debrecen und wohl überall ausserhalb Budapest - kaum der Rede wert.
Am nächsten Tag war dann eigentlich "Stadt-Rallye" geplant, wurde dann aber eher ein normales Sight-Seeing. Im Schnelldurchlauf: Die grosse reformierte Kirche (Debrecen ist die protestantische Ausnahme im katholischen Ungarn) mit der schwersten Glocke Ungarns (die wir auch aus der Nähe sehen konnte, da wir auf den Kirchturm stiegen, weshalb wir vor 12h da sein mussten - sonst wär wohl sofortige Taubheit der Fall gewesen...), davor ein schöner großer Platz (der so allerdings erst seit wenigen Jahren umgestaltet wurde, vorher gab's nur Straßen), das Déri-Museum (wo wir allerdings nur drei sehr große, sehr bedeutende Jesus-Bilder ansahen), eine Schule, die zur Zeit der Revolution einmal Sitz des ungarischen Parlaments unter Ferenc Déak war, wo wir auch einer Gesangs-Vorführung eines Jugendchors beiwohnen durften) und natürlich was zu essen. Die hatten für Mittag- und Abendessen ein kleines Restaurant gemietet, wo es mittags Wiener Schnitzel mit Pommes und abends Geschnetzeltes mit Pommes gab - immerhin alles im Preis inbegriffen. Über die Gemüsesuppe, die es vor dem Mittagessen gab, breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Eine Weile verbrachten wir noch in einem "Casino", wo wir allerdings im wesentlichen den großen Billard-Saal nutzten.
In diesem Restaurant gab's dann auch abends eine Tanzvorführung von einer ungarischen Tanzgruppe, bei der Judit, die Hauptorganisatoren des ganzen Wochenendes, mittanzte. Irgendwann später ging es dann zu einem recht guten Club in Debrecen, Genius, wo wir den Abend feierlich ausklingen ließen (oder so ähnlich).
Sonntag wollten wir dann wieder um 10h das Wohnheim verlassen, aber irgendwie konnten sich die meisten nicht aufraffen, weshalb unsere Gruppe erst um halb 12 als letzte das Aquaticum Debrecen erreichten, wo wir das Wochenende gemütlich im Whirlpool (oder auch etwas weniger gemütlich in den Wasserrutschen) ausklingen ließen (war auch im Preis inbegriffen - kostete nur knapp 1€/h, das selbe in D dürfte locker das 10fache kosten...).
Wie gesagt, ein rundum gelungenes Wochenende - und vielleicht schaffe ich's ja während der langen Nächte im Hotel in Hannover, mal die Bilder-Gallerien zu aktualisieren. Auch wenn ich wohl eher mit der weiteren Aufbereitung des Tutoriums beschäftigt sein werde, wie immer bin ich mal wieder noch nicht ganz so weit...
>> 2004/02/19
Statusbericht
Soweit alles in Butter, habe jetzt etwas mehr zu tun, allerdings bisher i.W. Übersetzungsaufgaben (bzw. Korrektur von Übersetzungen anderer Leute, z.B. die Bedienungsanleitung für die VW-Anlage). Und meine Tutorien muss ich natürlich auch noch vorbereiten, aber ihr kennt' mich ja, immer auf den letzten Drücker (ich nehm meinen Laptop sowieso mit, natürlich nur für letzte Korrekturen ;-). Am Mittwoch geht's dann los, mit dem Auto, wird also 'nen langer Tag. Unsere Unterkunft ist das Hotel Münkel in Hannover (Herrenhausen oder so), direkt an der A2. Schaut ganz gemütlich aus - und ich kann am Abend mal wieder richtig in deutschem Fernsehen schwelgen :o)
Die Party in dem türkischen Bad war übrigens ein wirklich nie zuvor erlebtes, äh, Erlebnis. War jetzt nicht die Party meines Lebens, und ich bin auch nicht traurig, dass es die so schnell nicht wieder gibt, aber hat sich schon gelohnt, mal dagewesen zu sein. Proppenvoll, (zu) laute Techno-Musik in der Haupthalle (aber seien wir ehrlich: Salsa im Wasser is nicht), mehr Chill-Out im Thermalbecken (36°), dazu eine Bauchtanzvorführung - war schon sehr spaßig (bis auf die verschrumpelten Hände, brrr!). Wobei das Vorwärmen mit den anderen Trainees in unserer WG auch nicht zu verachten war (demnächst vielleicht das ein oder andere Bild).
Ansonsten ein recht gemütliches WE, wir "mussten" mal wieder unseren reichlich vorhandenen Platz für einen Gast bereitstellen, diesmal Theodora aus Griechenland (die in Miskolc arbeitet und viel lieber in Budapest wäre) - der haben wir ein bisschen was von der Stadt gezeigt. Und sie ärgert sich schon, dass sie nur 2 Monate in Ungarn ist - sie wird aber auch nicht bezahlt...
Dieses Wochenende geht's dann nach Debrecen, das dortige AIESEC-LC (Local committee) hat sich echt Mühe gegeben - zumindest wenn das Programm hält, was es verspricht: Stadtrallye, Aquapark (hoffentlich nicht draußen...), Billard-Party und ungarisches Dinner mit Tänzern (?!). Mehr nach dem Wochenende.
>> 2004/02/13
Pack die Badehose ein...
...denn am Samstag geht's zur sogenannten Cinetrip Rudas Bath Party. Kostet zwar geschlagene 3500Ft (13€), soll nach übereinstimmender Aussage aller, die schonmal da waren, aber das Geld wert sein. Und es ist die letzte Chance bis Oktober, da das Bad renoviert wird (sonst ist die Party monatlich). Siehe auch hier und hier.
Das Rudas Bath ist eines der vielen türkischen Bäder in Budapest - und Men only (zumindest für das eigentliche Bad, die Swimming Pools sind anscheinend für alle). Ob allerdings die Gerüchte stimmen, dass es deshalb auch ein Schwulenbad ist, wage ich zu bezweifeln. So oder so wird allerdings für diese Bad-Partys eine Ausnahme gemacht (sonst wär's auch keine 3500Ft wert ;-) - man darf also gespannt sein...
And now for something completely different: Heute bekomme ich Unterstützung aus deutschen Landen - der Witz an der Sache: Es ist Melike aus Münster, mit der ich letztes Jahr den ganzen Auswahlprozess mitgemacht habe - zwei Westfalen in Budapest (demnächst auf SAT1). Sie bleibt für 3 Monate und arbeitet bei irgendner Consulting Firma. Aber ist ja auch egal, wo wir arbeiten... ;-)
>> 2004/02/11
>> 2004/02/10
Balla balla am Balaton
Na gut, so schlimm war's nicht - mir fiel nur kein anderes Wortspiel ein... Auch wenn man schon sagen muss, dass einem der ganze AIESEC-Kram gelegentlich etwas, sagen wir, übertrieben vorkommt. Am Freitag haben die ihren Kram bis irgendwann kurz nach Mitternacht gemacht, das geht ja noch - aber die Wahlen (zum nationalen Vorstand oder so ähnlich - die haben da immer irgendwelche Abkürzungen für...) am Samstag gingen bis kurz vor 4h. Ich rede von nachts...
Aber der Reihe nach:
Freitag gegen 18h sind wir mit dem Zug von Budapest los. Ich musste natürlich mal wieder knapp 3x soviel wie die anderen zahlen, weil ich von meinem LC (Lokalkommitee) keinen ungarischen Studiausweis kriege - und den ISIC akzeptiert die Bahn explizit nicht. Die Fahrt dauerte fast zweieinhalb Stunden (es wurde ja auch fast an jedem Busch gehalten), wobei das spannendste natürlich war, des nachts am richtigen Bahnhof auszusteigen - denn Balatonföldvár ist letztlich auch nur ein Busch... Glücklicherweise fanden wir einen Fahrgast, der uns im richtigen Moment Bescheid sagte - unsere Gruppe hatte aber tatsächlich auch schonmal 3 Halte vorher auf dem Bahnsteig gestanden, um dann doch schnell wieder reinzuspringen.
Vom Bahnhof wurden wir abgeholt, in das Hotel Riviera gebracht und durften da dann erstmal Däumchen drehen. Die AIESECer waren in einem großen Saal 500m vom Hotel entfernt beschäftigt, immer mal wieder kam jemand vorbei und so nach und nach kriegten wir auch unsere Zimmer zugeteilt. Teilweise - wie bei mir - hieß das, bei irgendwelchen Leuten des eigenen LCs untergebracht zu werden. Ich z.B. mit drei AIESECerinnen, allerdings natürlich im Nebenraum - dafür mit einem Doppelbett für mich allein :-)
Wir vertrieben uns dann die Zeit mit der Erkundung des Ortes, was aber an reiner Erkundungszeit in gut 30s abgehakt werden konnte - die einzig interessante Feststellung war, dass der Balaton im Winter tatsächlich zufriert (ist aber auch max. nur 3-4m tief) - natürlich war er gerade am Antauen, da wir extrem mildes Wetter hatten, vor allem der Samstag war geradezu frühlingshaft. Um's kurz zu machen: Irgendwann gegen 1h ging dann auch für die (ohne Zweifel standhaften) AIESECer die Party los, es gab auch noch Karaoke, ansonsten eine anständige Party ohne besondere Vorkommnisse. OK, ich wurde von meinem LC gezwungen, bei einem Trinkspiel mitzumachen, wo's für jeden Fehler einen Schluck Wodka-O gab. Dummerweise dauerte es eine Weile, bis ich das Spiel verstanden hatte... :-)
Am nächsten Morgen war dann i.W. Ausschlafen angesagt - mit der Einschränkung, dass irgendwann (kurz nach dem zu Bett gehen) irgendwer reingestürmt kam, der wohl die AIESECer aufwecken und an ihre Pflichten erinnern sollte, aber nicht wusste, dass in diesem Raum ein armer Trainee schlief. Glücklicherweise waren wir nämlich zwar immer herzlich zur Teilnahme an all den Plenarien etc. eingeladen, aber zu nix verpflichtet (war sowieso meist auf Ungarisch). Also auch nicht zum Frühstück... So fanden sich die meisten von uns auch erst zum Mittagessen ein (das deutlich besser aussah als es tatsächlich schmeckte).
Mal was Allgemeines zum Hotel und Ort:
Man merkte doch deutlich, dass hier ein Sommer-Rückzugsgebiet für vergnügungswillige Deutsche ist - im Ort und Hotel fast alles durchgehend zweisprachig (die Schlagwörter häufig einsprachig auf deutsch...). Und absolut tote Hose im Winter. Quasi kein Restaurant, der Supermarkt schloss Sa um 12h, ein Pub (s.u.) - und kaum Menschen zu sehen. Das Hotel ein ziemliches Familienhotel, lauter große Suiten mit zwei Schlafräumen - im Sommer vermutlich 10x so teuer, aber so (1500Ft<6€ pro Nacht) natürlich spottbillig. Der Balaton selber war so gefroren zwar ganz nett anzuschauen (abgesehen davon, dass er schon antaute), aber dann auch wieder nicht so überwältigend - draufgewagt hat sich dem Wetter entsprechend auch keiner...
Man merkte doch deutlich, dass hier ein Sommer-Rückzugsgebiet für vergnügungswillige Deutsche ist - im Ort und Hotel fast alles durchgehend zweisprachig (die Schlagwörter häufig einsprachig auf deutsch...). Und absolut tote Hose im Winter. Quasi kein Restaurant, der Supermarkt schloss Sa um 12h, ein Pub (s.u.) - und kaum Menschen zu sehen. Das Hotel ein ziemliches Familienhotel, lauter große Suiten mit zwei Schlafräumen - im Sommer vermutlich 10x so teuer, aber so (1500Ft<6€ pro Nacht) natürlich spottbillig. Der Balaton selber war so gefroren zwar ganz nett anzuschauen (abgesehen davon, dass er schon antaute), aber dann auch wieder nicht so überwältigend - draufgewagt hat sich dem Wetter entsprechend auch keiner...
Nachmittags ergab sich dann was Unerwartetes. Wir wollten eigentlich nur ein bisschen durch die Gegend wandern, aber irgendwer redete mit dem Portier, der uns anbot, uns zu einem nahegelegenen Weingut nach Zámardi zu bringen. Einen Eindruck von den 17 (oder 18?) Leuten, die wir in einen Ford Transit quetschten, gibt's demnächst bei den Bildern ;-). Für 1000Ft gab's dann 5 Weine (3 Weiße, ein Rosé und ein Roter) zur Probe, dazu Brot mit Zwiebeln und Paprika sowie diverse Käse (bei denen ich mich persönlich zurückgehalten habe...) - und ausführliche Erläuterungen von einem netten jungen Mann, der wesentlich besser Englisch konnte, als er behauptete (auch wenn ihm häufiger mal deutsche Wörter reinrutschten). Und uns sogar erklärte, wie die ihre Kleinserien "zapfen und original verkorken" :o)
Die Rückfahrt gegen 19h wurde dann wesentlich verkehrsordnungsgerechter in mehreren Fahrten mit dem Taxi erledigt. Und danach begann das große Warten - was durch ein paar grade gekaufte Weine (die wohl eigentlich zu schade für diese Art der Verköstigung waren) und die Spende von David, einem Tschechen, abgekürzt wurde, nämlich eine Flasche Becherovka. Vielleicht kennt's einer (David meinte, wär sehr beliebt in Deutschland), mein Lieblingsgetränk wird's nicht - und nach dem Wodka-O vom Abend davor wollte ich mich sowieso zurückhalten...
Schließlich entschlossen wir uns, doch dem einzigen örtlichen Pub, genannt Pub-Lik (ja, eigene Homepage), einen Besuch abzustatten. Der sah von aussen genauso aus, wie man sich einen Dorf-Pub vorstellt - und natürlich auch von innen. Genau wie die Einrichtung (Dinge und Menschen). Und ich verwette mein Monatsgehalt, dass ich an jedem beliebigen anderen Tag (zumindest ausserhalb der Saison) ung. 90% der Leute von diesem Abend wiedertreffen würde... Nichtsdestrotrotz war's recht lustig - wir haben etwas Stimmung in die Bude gebracht, auch wenn die Jukebox zufallsgesteuert (mein einziger Versuch einer artgerechten, d.h. bezahlten, Nutzung schlug leider fehl) einen relativ hohen Anteil von ungarischen Songs ausspuckte, die aber häufig gar nicht so schlecht waren. Nervig war nur Joao's (Portugiese, der im Laufe des Abends auch endlich die Abwehr von Geerte etwas knacken konnte :-) penetrantes Darauf-Bestehen, beim Ringelpiez mit Anfassen immer Männlein und Weiblein im Wechsel zu haben...
Um 3.30h (!) beschlossen wir dann, den AIESECern eine letzte Chance zu geben - und wären die immer noch nicht mit ihrer Wählerei fertig gewesen, die meisten Trainees hätten sich wahrscheinlich in's Bett begeben. So wurd's dann doch noch lustig (auch wenn tatsächlich nicht mehr ganz so viele AIESECer die Stellung hielten).
An dieser Stelle will ich mal Schluss machen - am nächsten Morgen lief ausser Ausschlafen (diesmal mit zweifacher Störung durch hereinrennende und laut rufende AIESECer) und einer Hungersnot, die schließlich durch exzessives Chips-aus-dem-einzigen-Kiosk-im-Bahnhof-Futtern beendet wurde, nicht viel. Und einem heftigen Gewitter, als wir gerade mit dem Zug wieder in Budapest ankamen (übrigens im Südbahnhof, Deli palyaudvar, einem im Vergleich zu Nyugati erstaunlich heruntergekommenen Flecken).
>> 2004/02/06
Donnie Darko
War gestern im Kino, Donnie Darko. Hatte vorher noch nie davon gehört, hat aber sehr gute Kritiken in der Internet Movie Database bekommen, deshalb bin ich mit.
Erstmal das Kino: So ein richtig schönes kleines altes "Kinochen" (man denke an das Cinema in Münster, der kleine Saal natürlich), neben Burcu, Anke (noch 'ne Holländerin) und mir waren nur noch zwei weitere Leute da. Natürlich Original mit Untertiteln - von denen ich diesmal deutlich weniger abgelenkt wurde als beim Herrn der Ringe, wahrscheinlich weil ich den Film noch nicht kannte und mich mehr konzentrieren musste (was mir allerdings aufgefallen ist, ist dass die Ungarn interessanterweise sogar die englischen Filmsongs untertiteln - was natürlich nicht immer Sinn macht, da einige offensichtlich nicht aufgrund der Lyrics ausgewählt wurden...).
Beschreiben kann man den Film schlecht: Eine sehr verwirrende Geschichte über einen Jungen mit Halluzinationen, Zeitreisen, den Weltuntergang, idotische Lehrer - und natürlich Liebe. Vor allem ein durchaus unerwartetes Ende (über dessen Bedeutung man auch noch gut spekulieren kann) - muss ich mir irgendwann nochmal ansehen, auch weil ich natürlich nicht alles verstanden hab...
Also: Wer ungewöhnliche, mehr Independent-Filme mag, unbedingt mal ansehen - auch sehr gute schauspielerische Leistung, speziell von Jake Gyllenhaal.
AIESEC National Conference
...oder auch NatCo - AIESECer kürzen ja gerne alles ab. Die findet am Wochenende in Balatonfoldvar statt. Die meisten von uns fahren dahin, auch wenn das ganze Konferenz-Gezeugs für uns i.W. uninteressant ist (Wahlen, Diskussionen etc.) - aber es werden natürlich Parties organisiert (wobei ich noch nicht weiss, ob ich mich wirklich auf eine Karaoke-Party freuen soll...), und bei dem warmen Wetter kann man auch sicher schon ein paar nette Spaziergänge am Plattensee machen. Bericht demnächst an dieser Stelle...
Geschäftsreise
Ich hatte es ja schon erwähnt, jetzt weiss ich die Details: Am Mittwoch, 25.2. fahren wir hier in Budapest los (mit dem Auto), Donnerstag wird sich in der VW-Giesserei in Hannover umgesehen, ab Freitag geht's los mit dem Aufbau. Vor allem das Wochenende ist keine Freizeit, sondern der wichtigste Abschnitt, da die Maschine natürlich aufgebaut wird, wenn die Anlage ansonsten stillsteht. Mo/Di läuft dann hoffentlich alles glatt im Dauerbetrieb. Bis dahin ist meine Hauptaufgabe, gut Deutsch zu verstehen/sprechen - wofür ich ja quasi geboren wurde. Schwieriger wird's von Mittwoch bis Freitag, da steht nämlich die Schulung an. Tja, und da - ich hab's ja geahnt, als ich den Zeitplan sah - fällt mir natürlich eine besondere Aufgabe zu, ich soll nämlich den theoretischen Teil übernehmen. D.h. die Zeit bis zur Abfahrt werde ich mit dem Erstellen der ein oder anderen Schulungspräsentation verbringen, die ich dann dort den Arbeitern in den jeweiligen Schichten vortragen darf - nach zwei Stunden Theorie geht's natürlich zur Praxis an der Maschine. Da machen sich die drei Jahre Übungsgruppenleiter dann doch bezahlt...
Samstag geht's dann zurück. Also keine Freizeit, aber natürlich bezahlte Unterkunft, Essensgeld - und ein Blaumann im Corporate Design ;-)
>> 2004/02/03
Krankheit
Ja, lange ist's her (die beiden Einträge gestern waren schon letzte Woche fertig, hatte ich aber nicht mehr upgeloadet) - ich war fast die ganze letzte Woche krank :-( Es fing am Dienstag an: Morgens hatte ich ja nur etwas Kopfschmerzen und irgendwie schlecht geschlafen, aber im Laufe des frühen Nachmittags wurde ich plötzlich total schlapp und hatte Schüttelfrost (ich bezeichne es mal so, soll heißen, dass mir richtig kalt war). Und dabei hatte sich der Tag ganz gut angelassen: Morgens hatte ich länger mit Thomas gesprochen, der hatte mir einiges erklärt im Zusammenhang mit einem Auftrag von BMW. Und da sollte ich mir auch mal ein paar Sachen durchlesen und bei dem Meeting um 15h anwesend sein. Dann kam noch jemand mit einem kleinen Übersetzungsjob auf mich zu, den ich auch noch fertig kriegte. Aber während des Durcharbeitens der BMW-Unterlagen fing's an - da hat man mal was zu tun, und schon wird man krank.
Fühlte mich sogar erst dummerweise irgendwie verpflichtet und dachte, da musste gleich hin (so wichtig war's auch nicht...), also wird schon wieder. Aber ein paar Kollegen haben meinen Zustand mitgekriegt und mir doch sehr freundlich dazu geraten, nach Hause zu fahren und mich auszukurieren. Was ich dann auch getan hab.
Zuhause dann der Schreck: 39,6°! "Doch 'ne ziemliche Grippe" dachte ich mir, auch wenn dazu ja eigentlich auch Hals/Nasen-Beschwerden gehören, die ich nicht hatte. Irgendwie wurde mir erst im Laufe des Mittwochs klar, dass es wohl doch eine Magen-Geschichte ist - die weiterhin fehlenden Grippe-Symptome, dafür Durchfall und Appetitlosigkeit sprachen doch eine deutliche Sprache. Am Abend zuvor machte ich leider noch einen entscheidenden Fehler: Da meine Beschwerden sich - nachdem ich warm im Bett lag - im wesentlichen auf Kopfschmerzen konzentrierten, nahm ich natürlich Aspirin. Aber gelegentlich braucht der Körper eben das Fieber, um seine Abwehrarbeit zu tun - und das Aspirin senkte i.W. das Fieber ohne die Kopfschmerzen zu verringern. Also war mir im Bett so kalt und fröstelig, dass ich mir noch was überzog und überhaupt kaum einschlafen konnte.
Der Mittwoch war dann also auch nicht toll, ich kam nicht umhin, aus dem Haus zu gehen - u.a. um festzustellen, dass ich meine Bankkarte noch nicht bekommen hatte, da die was mit der Adresse falsch gemacht hatten (mal abgesehen davon, dass auch immer noch kein Geld auf dem Konto war...). Außerdem machte ich den Fehler, was zu essen, da ich dachte, ich müsste eben was essen - und immer noch nicht hinter den Dreh gekommen war, dass hier das Problem liegt... So blieb das Fieber denn auch recht hoch und ich verbrachte den Rest des Tages im Bett.
Donnerstag ging das Fieber dann langsam zurück, ich blieb schön (langweilig) im Haus und litt unter mal mehr mal weniger starken Kopfschmerzen.
Freitag im Prinzip dasselbe, gegen Abend war das Fieber dann aber fast weg - gegessen hatte ich fast nix (hatte auch keinen Appetit), was natürlich auch andere Aspekte von selbst abstellte. Naja, ich will da nicht weiter in's Detail gehen, ist nur ungewohnt, wenn meinereiner sogar Kekse und zumindest Salzstangen (sorry, Saltletts heißen die ja heute) rumliegen und gar keinen Bock drauf hat.
Leider musste ich in diesem Zustand auch das Wochenende absagen, wo ich nämlich eigentlich mit ein paar anderen (u.a. Piotr) eine Fahrt nach Wien geplant hatte. Die sind auch gefahren, und ich hab mich Sonntag natürlich geärgert, als ich die Bilder gesehen hab...
Das Wochenende war dann dementsprechend ruhig und langweilig, hab wieder ein paar Besorgungen gemacht und mir auch selber wieder 'ne Mahlzeit gekocht.
Alok hat mir vor kurzem einen kleinen indischen Laden gezeigt, wo ich endlich wieder die guten Curry-Pasten und so kriegen kann! Ist zwar preislich eher auf deutschem Niveau, aber man kann ja sparsam damit umgehen...
Samstag abend wollte ich dann auch eigentlich auf Zach's große Party und fühlte mich auch fit genug - nur dass ich gegen halb 8 statt kurz zu ruhen gleich einschlief und erst nach 12 wieder erwachte...
Geschäftsessen
Am Montag bin ich dann auch wieder zur Arbeit. Noch einen Tag rumhängen hätte ich auch wirklich nicht ausgehalten - und mir ging's ja auch wieder normal, abgesehen von leichten Morgenkopfschmerzen. Da hat mir dann Thomas eine Sache unterbreitet, die zwar meine ganze Planung umschmeisst (OK, soviel Planung hatte ich da noch nicht), aber umso interessanter ist: Ich soll Ende Februar mit einem Team der Firma mitfahren, die eine gerade fertig gestellte Maschine beim Kunden aufbaut. Und der heisst (soviel darf ich wohl sagen) VW und es geht nach Hannover! Mag jetzt etwas komisch klingen, nach nicht mal 2 Monaten schon direkt wieder zwei Wochen in Deutschland zu verbringen, aber so hab ich was zu tun, lern die Anlage kennen, krieg überhaupt mal 'nen Einblick in die praktischen Gegebeneiten - und meine Hauptaufgabe ist natürlich, als sprachliche Rückversicherung und Experte für den Aufenthalt in Deutschland zu dienen. Wenn ich da mal nicht qualifiziert bin...
Aber im Ernst: Bei 3 Monaten Praktikum wär das natürlich etwas idiotisch, aber da ich hier zehn Monate bleibe, kann ich auch mal zwei Wochen in D sein - und ich verpasse ja auch nur ein Wochenende in Budapest...
Um die ganzen Sachen dann etwas näher zu besprechen, hat mich Thomas dann für abends zum "Geschäftsessen" eingeladen. Na gut, die eigentliche Definition dafür ist vielleicht etwas anders, aber es ging auf Kosten der Firma - was es mir erlaubte, in einem guten Restaurant ein anständiges Steak (mit neu gewonnenem Appetit und heilem Magen) zu einem Preis, den ich auch zuhause eher selten ausgebe (3200Ft/12Ft allein ohne Beilagen), zu geniessen. War auch sonst sehr nett, man kann mit dem recht entspannt und locker reden (war also in der Hinsicht absolut kein Geschäftsessen) - und er redet auch recht offen, hat mir einige interessante Einblicke in die Firma an sich und im Speziellen gegeben. In jedem Fall ist mir jetzt einiges klarer hier...